Teilzeitempfehlungen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Grundlage für die Teilzeitempfehlungen ist die „Allgemeine Dienstordnung“ (ADO).

Mittlerweile haben sich alle Bezirksregierungen zur Unterstützung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auch auf der Grundlage von Frauenförderplänen, entschlossen, Empfehlungen zur Umsetzung herauszugeben. Das Wort „ Empfehlungen“ weist schon darauf hin, dass es sich um Tipps handelt, die je nach Schule angepasst umgesetzt werden sollen.

Gleichzeitig ist das aber auch eine Verpflichtung zur Umsetzung, denn die rechtlichen Grundlagen für Teilzeitbeschäftigte gibt es. Wenn Sie alle Empfehlungen in Ihre Vorbereitung mit einbeziehen, haben Sie auch Vorstellungen darüber, wie unterschiedliche Sichtweisen zum Tragen kommen können. Es gibt eben nicht die „ Eine“ Umsetzungsmöglichkeit. Jede Schule muss ihren eigenen Weg finden.

In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu wissen, dass die Lehrerkonferenz die Grundsätze zur Unterrichtverteilung beschließt. Dies ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dort gehören dann auch die Teilzeitempfehlungen hin.

Gesetzesgrundlage ADO mit Kommentar

§17 Teilzeitbeschäftigte Lehrerinnen und Lehrer

(1) Der Umfang der Dienstpflichten der teilzeitbeschäftigten Lehrerinnen und Lehrer (Unterrichtsverpflichtung und außerunterrichtliche Aufgaben) soll der reduzierten Pflichtstundenzahl entsprechen.
(2) Die dienstliche Verpflichtung teilzeitbeschäftigter Lehrerinnen und Lehrer erstreckt sich auf die Klassenleitung und in der Regel auch auf die Teilnahme an Konferenzen und Prüfungen. Sonstige dienstliche Aufgaben (Vertretungen, Aufsichtführung, Sprechstunden, Sprechtage) sollen proportional zur Arbeitszeitermäßigung wahrgenommen werden. Bei Schulwanderungen und Schulfahrten bezieht sich die Reduzierung in der Regel auf die Anzahl der Veranstaltungen.
(3) Bei der Stundenplangestaltung sollen unterrichtsfreie Tage ermöglicht werden, sofern dies aus schulformspezifischen, schulorganisatorischen und pädagogischen Gründen vertretbar ist; eine überproportionale Belastung durch Springstunden soll vermieden werden.

Zu Absatz 2:
Auch der in der Vergangenheit festzustellenden ,,routinemäßigen" Heranziehung teilzeitbeschäftigter Lehrkräfte zu Konferenzen wird durch den Einschub ,,in der Regel" in Satz 1 ein Riegel vorgeschoben. Die Schule hat in jedem Einzelfall zu prüfen (und ggfls. zu begründen), ob eine Konferenzteilnahme dienstlich erforderlich ist oder ob hiervon zu Gunsten der teilzeitbeschäftigten Lehrkraft abgewichen werden kann. …
Zur Begleitung von Schulwanderungen und Schulfahrten im Allgemeinen siehe Nr. 4.1 der Wanderrichtlinien (siehe V ll).
Dort wird auch der Dissens zwischen dem Anspruch einer Teilzeitlehrkraft, bei Mehrarbeit zunächst bis zum vollen Arbeitsmaß anteilig besoldet zu werden, und den regelmäßig mehr als das vereinbarte Arbeitsmaß beanspruchenden Schulwanderungen und Schulfahrten gelöst: Die Belastung ist in erster Linie durch die Anzahl solcher Veranstaltungen zu steuern; soweit dies im Einzelfall nicht möglich ist, muss für einen innerschulischen Ausgleich insbesondere bei den außerunterrichtlichen Aufgaben gesorgt werden. Das ist bereits bei der Genehmigung der Veranstaltung festzulegen. Der Ausgleich ist bis spätestens zum Ende des auf, die Veranstaltung folgenden Halbjahres durchzuführen (Nr. 4.1 WRL). Die bisherige Regelung, wonach sich die Reduzierung bei Schulwanderungen und Schulfahrten nur auf die Anzahl der Veranstaltungen beziehen kann, ist nun mehr abgeschwächt.
Wo andere Reduzierungsmodelle praxistauglich und sinnvoll sind, sollen sie künftig nicht mehr durch eine starre ADO-Regelung verhindert werden. …
Wie in anderen Zusammenhängen muss es sich das Schulmanagement auch hier zur Aufgabe machen, in Abstimmung mit den Betroffenen einen gerechten Ausgleich zwischen den Belangen der Teilzeitlehrkraft und den Bedürfnissen der gesamten Unterrichtsorganisationherzustellen. Die Formulierung als Sollvorschrift besagt bereits, dass die ADO von der Normalkonstellation unterrichtsfreier Tage für Teilzeitbeschäftigte ausgeht und dass nur in besonders gelagerten Ausnahmefällen von dieser Handhabung abgewichen werden darf.
Unabdingbare Voraussetzung ist natürlich eine entsprechende Reduzierung der Pflichtstundenzahl. Beträgt sie nur eine Wochenstunde …erwächst für die Lehrkraft kein ,,Anspruch" auf Veränderung von Stundenplänen nur zu diesem Zweck.“
(zit n. Jülich: ADO mit Kommentar).