Philologen-Verband begrüßt die Leitentscheidung zur Diskussion um G8 und G9

Das hochemotional besetzte Thema der Schulzeitverkürzung zu befrieden, ist alles andere als leicht und keineswegs risikofrei. Mit der Entscheidung zur grundsätzlichen Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium nimmt die künftige NRW-Koalition eine mutige Entscheidung vor. Sachargumente besaßen in Diskussionen keine Chancen. Das ‚Turbo-Abitur‘ steht auch als Synonym für alle Unzufriedenheit und allen Unmut gegenüber der NRW-Schulpolitik. In den letzten Monaten waren immer häufiger Befürworter von G8 und G9 geradezu „missionarisch“ und in ihren Positionen fast unversöhnlich unterwegs, wobei allen aber die in den CDU-/FDP-Wahlprogrammen angekündigte Wahlfreiheit an jeder einzelnen Schule suspekt war.

Nun verspricht Schwarz-Gelb den Gymnasien einen Stärkungspakt. Befürchtungen auch des Philologen-Verbandes, dass mit gleich langen Schulzeiten an Gesamtschulen und Gymnasien der Weg hin zur „Einen Schule für alle“ weiter beschritten wird, sind damit zurückgedrängt. Stets hat der nordrhein-westfälische Philologen-Verband betont, dass nicht die Schulzeitfrage das entscheidende Kriterium für die Qualität einer Schulform ist. Für G9 wie für die Schulen, die an G8 als Profil festhalten möchten, gilt der Maßstab der qualitätsorientierten gymnasialen Bildung.

„Wir unterstützen die NRW-Koalition bei der Konzeption von ‚G9 neu‘ mit allen Kräften. Es ist gut, dass sich die Koalitionäre mit der zweijährigen Vorlaufphase nicht unter Zeitdruck setzen. Die Umsetzung ist der Qualität verpflichtet! Allerdings erwarten wir, dass weder die inhaltliche Ausgestaltung noch die organisatorisch-konzeptionellen Rahmenbedingungen als Mehrbelastung den Kolleginnen und Kollegen zugeschoben werden“, so Peter Silbernagel, Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Philologen-Verbandes.

Düsseldorf, den 08.06.2017                                

  Klaus Schwung
- Pressesprecher -