Kampfansage gegenüber Gymnasien: SPD und GRÜNE planen die Abwicklung der Gymnasien

Die Aussagen der rot-grünen Wahlprogramme lassen keinen Zweifel daran, dass nicht erst mit Auslaufen des Schulkonsenses im nächsten Jahrzehnt die Existenz der Gymnasien in Nordrhein-Westfalen massiv gefährdet ist. Die Gymnasien sollen schneller in Gesamtschulen umgewandelt werden können. Sie werden verpflichtet, sämtliche Bildungsabschlüsse zu vergeben. Ein Schulformwechsel soll nicht mehr stattfinden. Im SPD-Wahlprogramm heißt es: „Gymnasien soll die Umwandlung in Gesamtschulen zumindest dann ermöglicht werden, wenn sie die einzige weiterführende Schule am Ort sind. Dazu gehört im ersten Schritt, dass ein Gymnasium alle Abschlüsse vergeben kann, um ein diskriminierendes ‚Abschulen‘ von Kindern zu verhindern.“

Rot-Grün ermöglichte in den zurückliegenden Jahren kleine Grundschulen, erleichterte die Bedingungen für Gesamtschulgründungen und favorisierte Teilstandortlösungen für bestimmte Schulformen. Künftig will die SPD sogar prüfen, ob nicht die Zweizügigkeit bei Sekundarschulen für Gründung und Fortbestand ausreicht. Völlig anders sieht der Umgang mit den anderen Schulformen aus. „Die direkte Umwandlung bestehender Haupt- und Realschulen werden wir ermöglichen.“ (SPD-Wahlprogramm)

„Es ist naiv zu glauben, dass SPD und GRÜNE zur Durchsetzung ihres Ziels der ‚Einen Schule für alle‘ die Gymnasien unangetastet lassen. Der inhaltliche Aushöhlungsprozess wird fortgesetzt und mit der Vergabe sämtlicher Bildungsabschlüsse die Vergesamtschulung der Gymnasien beschleunigt. Die GRÜNEN wollen zudem den Gesamtschulen G8-Bildungsgänge ermöglichen, womit die Unterschiedlichkeit zwischen Gesamtschulen und Gymnasien weiter eingeebnet werden soll“, so Peter Silbernagel, Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Philologen-Verbandes.

Der Philologen-Verband rät dringend, sich mit den schulformspezifischen Wahlaussagen der Parteien auseinander zu setzen. Die Entwicklung der Schulpolitik ist nicht schicksalhaft vorherbestimmt! Unbestritten aber ist die Landtagswahl 2017 eine Schicksalswahl für die Gymnasien.

 

Düsseldorf, den 25.04.2017                                  

  Klaus Schwung
- Pressesprecher -