2.625 zusätzliche Lehrerstellen wegen der Beschulung von Flüchtlingskindern sind positives Signal!

Aber: Lehrerversorgung der Schulen bleibt absolut unzureichend!

Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband begrüßt die Aufstockung der bisherigen 300 Lehrerstellen auf 1.200 zur Sprachförderung der erwarteten 40.000 Flüchtlingskinder in Nordrhein-Westfalen. Hinzu kommen weitere 1.725 Lehrkräfte, da die wachsenden Schülerzahlen einen entsprechenden Grundstellenbedarf auslösen. Allerdings lindern diese Zahlen nur marginal den konkreten Lehrerbedarf in den Schulen.

Vor Wochen musste Schulministerin Löhrmann zugeben, dass den Schulen seit Jahren 3.500 Lehrerstellen vorenthalten wurden und damit zu einem strukturellen Unterrichtsausfall führten. Viele Hunderte von zusätzlichen Lehrkräften fordern die Schulen wegen der Umsetzung von Inklusion. In dieser Situation verschärft die Flüchtlingsthematik die Stellensituation in den Schulen.

„Die im 3. Nachtragshaushalt bereit gestellten Stellen sind dringend notwendig, aber sie können nur der Einstieg in eine stetige und hinreichende Personalpolitik sein. Rein rechnerisch führt die Umrechnung von 1.200 Lehrkräften für 40.000 Flüchtlingskinder zu Vorbereitungs- bzw. Auffangklassen von weit über 30 Schülerinnen und Schülern. Das können Lehrerinnen und Lehrer bei allem guten Willen nicht schultern! Auch rächt sich jetzt, dass die Politik in den letzten Jahren nur halbherzig die Zahlen der Schulsozialarbeiter und –psychologen erhöht hat. Wir brauchen einfach mehr Unterstützung!“, so der Vorsitzende des nordrhein-westfälischen Philologen-Verbandes, Peter Silbernagel. „Wir erwarten auch größere Ehrlichkeit im Umgang mit Einstellungszahlen. Es geht nicht an, dass man im Frühjahr über 1.000 Lehrerstellen aus dem Haushaltstopf gegen Unterrichtsausfall und für individuelle Förderung für den Grundstellenbedarf umwidmete, nun aber diese Stellen als Neueinstellungen ausgibt!“

Da die pädagogischen Herausforderungen allemal außerordentlich groß sind, erwartet der Philologen-Verband, dass das Schulministerium die Schulen nicht im Regen stehen lässt und erträgliche Rahmenbedingungen schafft.

Düsseldorf, 23.09.2015

gez. Klaus Schwung
- Pressesprecher –

>> Pressemitteilung als PDF-Datei