Pressemitteilung

Seit Jahren klagen die weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen, in besonderer Weise die Gymnasien über den Fachlehrermangel in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Vor Tagen berichtet der Landesrechnungshof, dass an Realschulen und Gymnasien die den Schülerinnen und Schülern anzubietende Stundentafel stark unterschritten wird. Der Philologen-Verband führt dies wesentlich auf die zu kurze Lehrerdecke, vor allem in den MINT-Fächern zurück. 

Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband ist entsetzt. Seit Jahren mahnt er, dass der massive Unterrichtsausfall abgebaut und den Schulen endlich eine ausreichende Lehrerstellenreserve zugewiesen wird. Immer wieder rechnet das Schulministerium eine statistisch ausreichende Lehrerversorgung vor.

Beim Umgang mit Flüchtlingen sind die meisten Schulen alleine gelassen. Die bisher zur Verfügung gestellten 300 zusätzlichen Lehrerstellen reichen bei weitem nicht aus, um mehr als 10.000 schulpflichtige Flüchtlingskinder in Vorbereitungs-, Auffang- oder internationalen Klassen zu beschulen. Auch können die Schulen bei der schulpsychologischen Betreuung auf viel zu wenig Unterstützung zurückgreifen.

Philologen fordern bessere Lehrerversorgung!

In seinem Jahresbericht 2015 stellt der Landesrechnungshof Nordrhein-Westfalen fest, dass an den öffentlichen Realschulen und Gymnasien die verbindlich vorgegebenen Stundenpläne für Schülerinnen und Schüler nicht eingehalten werden.

Jede dritte Stelle der nach aktuellen Schülerzahlen notwendigen Lehrerstellen wird durch den Nachtragshaushalt nicht bereit gestellt. Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband hat hierfür kein Verständnis! Er fordert in der Landtagsanhörung am 11. Juni 2015, dass sämtliche 1.013 Lehrerstellen zur Verfügung gestellt werden und nicht 339 Stellen aus dem Kontingent gegen Unterrichtsausfall und für individuelle Förderung entnommen werden.

Abbau fachwissenschaftlicher Professionalität durch Verschiebung von Studienanteilen zugunsten von Inklusion

Mit ungewöhnlich scharfen Worten verurteilen die Lehrerverbände LNRW (Philologen-Verband, Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen und der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Berufskollegs) das Vorhaben der Landesregierung, künftig den Umfang des Lehramtsstudiums der einzelnen Fächer zugunsten von Anteilen zur Beschäftigung mit Fragen der Inklusion zu reduzieren.

Im Rahmen der am Mittwoch, 13. Mai 2015 stattfindenden Landtagsanhörung zum 12. Schulrechtsänderungsgesetz fordert der nordrhein-westfälische Philologen-Verband, beim schulischen Erziehungsauftrag die Betonung der christlichen und abendländischen Bildungs- und Kulturwerte nicht ersatzlos entfallen zu lassen.

Philologen-Verband begrüßt detaillierten Prüfkatalog des Bundesverfassungsgerichts zur Beamtenbesoldung

Das Bundesverfassungsgericht hebt in seinem Urteil vom 5. Mai 2015 hervor, dass es nur „eine zurückhaltende, auf den Maßstab evidenter Sachwidrigkeit beschränkte verfassungsgerichtliche Kontrolle“ bei der Überprüfung der vom Landesgesetzgeber vorgenommenen Beamtenbesoldung vornehmen könne. Das Bundesverfassungsgericht entschied, dass in den vorgelegten Fällen die Besoldung von Richtern und Staatsanwälten in Sachsen-Anhalt von 2008 bis 2010 verfassungswidrig sei, während dies u. a. für die Grundgehaltssätze (Besoldungsgruppe R 1) in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2003 nicht zutreffe und sie mit Art. 33 Abs. 5 GG vereinbar seien.

Kritik an Aushöhlung der Qualitätsstandards!

Der Gymnasialtag 2015 des nordrhein-westfälischen Philologen-Verbandes am Samstag, 21. März, steht unter dem Leitmotiv „Starkes Gymnasium! Starkes NRW!“

Der Ausnahmefall konkreter Gefährdung oder Störung des Schulfriedens oder der staatlichen Neutralität führt allerdings zur Rechtsunsicherheit!

Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband respektiert das heute veröffentlichte Bundesverfassungsgerichtsurteil vom 27. Januar 2015, wonach eine pauschale Entscheidung über ein Kopftuchverbot für Lehrkräfte mit der Religionsfreiheit unvereinbar sei. So widerspreche das Verbot eines aus religiösen Gründen getragenen islamischen Kopftuchs dem Grundrecht auf Glaubens- und Bekenntnisfreiheit. (Art. 4 GG).

Seiten