Statement zur heutigen Pressekonferenz zum Schulbetrieb nach den Herbstferien

Düsseldorf, 21.10.2020. Der Philologen-Verband Nordrhein-Westfalen (PhV NW) zeigt Verständnis für die angekündigte Wiedereinführung der Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen. „Angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen ist dies ein notwendiges Übel, das akzeptiert werden muss, um den Präsenzunterricht durchzuführen“, so die Landesvorsitzende Sabine Mistler.

Nicht überzeugend ist aus Sicht des PhV NW das von Schulministerin Gebauer vorgestellte Lüftungskonzept. „Das angedachte regelmäßige Stoßlüften bedeutet nicht nur eine regelmäßige Störung des Unterrichts, sondern im Winter auch eine enorme Zumutung mit Blick auf die Raumtemperaturen und das Wohlbefinden der Lerngruppen sowie Lehrkräfte während der Lüftungszeiten“, so Mistler. Die von der Landesregierung angekündigten Investitionen in Luftfilteranlagen für Räumlichkeiten ohne angemessene Lüftungsmöglichkeiten, wie auch Sporthallen, sind zu begrüßen. Für den PhV NW ist das ein erster Schritt. „Was ist aber, wenn das Stoßlüften sich nicht als ausreichend erweist? Dann wird es viel zu spät sein, für die Anschaffung flächendeckender Luftfilteranlagen“, so Sabine Mistler. Der PhV NW begrüßt den ersten Schritt hin zur Harmonisierung der von den Gesundheitsämtern ergriffenen Entscheidungen im Zusammenhang mit Quarantänemaßnahmen, bei denen das Tragen der Masken eine Rolle spielen soll. Hier gibt es aber noch Luft nach oben. Es wäre aus unserer Sicht wünschenswert, wenn die von Frau Ministerin Gebauer nur vage angedeutete Grenze konkret definiert würde, ab der ein Regelbetrieb nicht mehr verantwortbar ist und durch das vom RKI empfohlene Schichtmodell mit verkleinerten Lerngruppen abgelöst werden muss.