Nein zur Abschaffung der Corona-Tests für Lehrerinnen und Lehrer

  • Corona-Tests für Lehrkräfte dürfen nicht abgeschafft werden.
  • Gezielter Einsatz von Testverfahren in Abhängigkeit vom Infektionsrisiko notwendig.
  • PhV NW fordert mehr einheitliche Vorgehensweisen und Transparenz bei Quarantäne- und Testmaßnahmen der Gesundheitsämter.

Düsseldorf 25.09.2020. Der Philologen-Verband Nordrhein-Westfalen (PhV NW) kritisiert die angekündigte Abschaffung der kostenlosen Corona-Tests für Lehrerinnen und Lehrer massiv: „Dass sich Lehrkräfte regelmäßig testen lassen können ist gut und richtig. Die Testkapazitäten dürfen auf keinen Fall eingeschränkt werden, gerade jetzt wo wir auf die kalte Jahreszeit zusteuern“, sagt Sabine Mistler, Vorsitzende des PhV NW.

Gezielter Einsatz von Testverfahren notwendig
Zeitgleich sieht der Verband eine Notwendigkeit darin, über die Corona-Tests für Lehrerinnen und Lehrer hinaus insgesamt zielgerichteter an den Schulen zu testen. Für die Schulformen mit gymnasialer Oberstufe, beispielsweise Gymnasien und Gesamtschulen, stellt sich eine hohe Durchmischung der Lerngruppen durch das Kurssystem dar. Anders als in weitestgehend festen Lerngruppen, den Klassen der Mittelstufe, sind bei jedem auftretenden Fall sehr häufig ganze Jahrgänge betroffen. Schülerinnen und Schüler und deren Lehrkräfte sind sehr viel weniger geschützt. Testungen sowie Quarantänemaßnahmen müssen in diesen Kursen sinnvoll abgestimmt sein.

Gefragt sind eine einheitliche Vorgehensweise und Transparenz der Gesundheitsämter
Auch sieht der PhV NW noch Verbesserungsbedarf bei einer einheitlichen und transparenten Vorgehensweise der Gesundheitsämter, die aktuell in vielen Fällen sehr unterschiedlich agieren: „Die Vorgehensweisen der Gesundheitsämter bei auftretenden Verdachts- oder Positivfällen sind zu verschieden und intransparent. Das führt vor Ort zu Verunsicherungen bei Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern“, sagt Sabine Mistler. „Es kann nicht sein, dass an einer Schule nur direkte Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt und getestet werden, an einer anderen Schule jedoch komplette Jahrgänge oder gar die ganze Schule einer Quarantäne unterstehen. Nicht selten gehören die betroffenen Personen unterschiedlichen Gesundheitsämtern an und nicht selten wird dadurch innerhalb einer Schule verschieden mit den betroffenen Personen umgegangen. Wer soll denn das noch verstehen?“, so Sabine Mistler weiter.

Im Sinne der Eindämmung der weiteren Ausweitung des Virus müssen die verantwortlichen Ministerien zusammenarbeiten und den Gesundheits- und Infektionsschutz bei steigenden Zahlen regional sehr intensiv begleiten.