Maskenpflicht für Schulen leider notwendig

  • Infektionsschutz muss gewährleistet werden
  • Unterricht mit Maske ist große pädagogische Aufgabe
  • Präsenzunterricht nicht ersetzbar

Düsseldorf. Der Philologen-Verband Nordrhein-Westfalen (PhV NW) sieht eine große Aufgabe darin, den Infektionsschutz an Schulen nach den Sommerferien umfassend aufrecht zu erhalten. Das Ministerium für Schule und Bildung muss den Gesundheitsschutz aller am Schulleben Beteiligter gewährleisten. Aus diesem Grund kann der PhV NW die eindeutige Aussage zur Einführung der Maskenpflicht nachvollziehen. "Wir wissen, dass es für Lehrerinnen und Lehrer genauso wie für Schülerinnen und Schüler eine große Herausforderung sein wird, das Tragen der Gesichtsmasken konsequent durchzuhalten. Aber dies scheint im Moment leider notwendig zu sein“, so Sabine Mistler, Vorsitzende des PhV NW.

Präsenzunterricht ist notwendig
Die vergangenen Pandemie-Monate haben aus Sicht des PhV NW ganz klar gezeigt, dass der Unterricht in der Schule nicht durch digitale Tools zu ersetzen ist. Auch Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass der Unterricht im kommenden Schuljahr so normal wie möglich durchgeführt wird. „Wir können an den Schulen nicht weiter auf den Präsenzunterricht verzichten. Die pädagogische Arbeit funktioniert am besten im Klassenzimmer – nicht über eine Videokonferenz“, erklärt Sabine Mistler. Hierfür seien die Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet worden und nur ein regelmäßiger Präsenzunterricht könne eine hochwertige Bildung ermöglichen.

Digitale Endgeräte allein machen noch keinen guten Unterricht aus. Gleichwohl ist eine  entsprechende Ausstattung der Schulen wichtig und natürlich längst überfällig. Die Verwendung der digitalen Geräte muss in ein Unterrichtskonzept eingebunden werden, und die Mischung von Präsenzunterricht und Lernen auf Distanz in Coronazeiten muss auf klare Regeln und verbindlichen pädagogischen Leitlinien beruhen.

Die Zeit drängt! Die Lehrerinnen und Lehrer benötigen weiterhin Unterstützung in rechtlichen Fragen sowie durch Fortbildungen. Für die Geräte wird eine externe Wartung und Administration benötigt.Hier sind nicht zuletzt  die Schulträger gefragt, eine örtlich noch fehlende Infrastruktur aufzubauen und eine bislang noch unzureichende Ausrüstung so schnell wie möglich in Angriff zu nehmen.

Schutz für Lehrerinnen und Lehrer aus Risikogruppen
Wir begrüßen es, dass der besondere Schutz der Kolleginnen und Kollegen aus den Risikogruppen weiter gewährleistet sein soll.

Die von der Landesregierung angekündigten zusätzlichen Personalmaßnahmen, darunter vor allem die 800 zusätzlichen unbefristeten Stellen für die Gymnasien, die im Vorgriff auf den absehbaren hohen Einstellungsbedarf an dieser Schulform ab dem Schuljahr 2026/27 eingerichtet werden, sind in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung. „Diese Maßnahme ist sehr wichtig, damit an den Gymnasien mit dem kompletten Ausbau von G9 keine zu große Personallücke entsteht. Mit diesen Vorgriffseinstellungen wird eine langjährige zentrale Forderung des PhV NW realisiert“, so Sabine Mistler.
Dabei halten wir es für richtig, dass zeitlich befristet Stundenanteile aus diesen jetzigen Einstellungen schlechter versorgten Schulformen zu Gute  kommen sollen.
Weitere Maßnahmen wie die Möglichkeit zusätzliche Vertretungskräfte einzustellen, die vor Ort arbeiten und den Präsenzunterricht der Personen aus den Risikogruppen abdecken können, finden ebenfalls unsere Zustimmung - es kommt hier darauf an, was praktisch umsetzbar ist.