„Licht ins Dunkle am Arbeitsplatz Schule bringen“

Philologen-Verband startet deutschlandweite Untersuchung zur Arbeitszeit, Belastung und Gesundheit von Lehrkräften an Gymnasien

Düsseldorf – Der Philologen-Verband startet in Nordrhein-Westfalen ab dem 19. Februar 2018 eine Studie zur Erfassung der Arbeitszeit von Lehrerinnen und Lehrern an Gymnasien. Es handelt sich dabei um die erste wissenschaftliche Untersuchung zum Arbeitsplatz Gymnasium, die deutschlandweit (!) durchgeführt wird.

„Der Philologen-Verband ruft alle Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien – unabhängig von ihrer Verbandsmitgliedschaft – zur Teilnahme auf. Wir müssen dem Dienstherrn und auch der Öffentlichkeit endlich zeigen, wie viel die Kolleginnen und Kollegen an den Schulen tagtäglich leisten“, sagt Peter Silbernagel, Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Philologen-Verbandes. Vier Wochen lang sollen die Teilnehmer in einer anonymisierten Erhebung alle dienstlichen Tätigkeiten innerhalb und außerhalb der Schule dokumentieren. Zusätzlich werden in einem Fragebogen erstmalig Rahmendaten erhoben, die eine differenzierte Analyse mit Blick auf die Belastung und Gesundheit der Lehrkräfte ermöglichen.

„Eine wissenschaftliche Untersuchung zur Lehrerarbeitszeit ist längst überfällig! Bisher haben die Landesregierungen unsere Forderung danach ignoriert und sind damit ihrer Fürsorgepflicht gegenüber den Beschäftigten nicht nachgekommen. Wir als Berufsverband sehen aber, wie viele zusätzliche Aufgaben in den letzten Jahren auf die Kolleginnen und Kollegen abgewälzt wurden, ohne dass die Pflichtstundenanzahl entsprechend reduziert wurde“, stellt Peter Silbernagel fest. Hinzugekommen seien neben dem Unterrichten und der Vor- und Nachbereitung von Fachunterricht unzählige weitere Aufgaben und Projekte (z.B. Individuelle Förderung, höherer Verwaltungsaufwand, Inklusion, Integration, Lehrerausbildungsaufgaben, Vergleichsarbeiten, Berufsorientierung, neue Prüfungsformate, Schulentwicklungskonzepte, Selbstevaluation, schulinterne Lehrpläne, vielfältigerer Medieneinsatz, Bildungsberatung).

„Der tatsächliche Arbeitsumfang von Lehrerinnen und Lehrern bleibt dabei aber oft unsichtbar, weil ein Gros der Arbeit am heimischen Schreibtisch erledigt wird. Mithilfe der Studie wollen wir Licht ins Dunkle am Arbeitsplatz Schule bringen“.

Für die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung konnte der Deutsche Philologenverband das renommierte Institut für Präventivmedizin der Universität Rostock gewinnen. Jetzt komme es darauf an, dass möglichst viele Lehrkräfte teilnehmen: „Eine hohe Beteiligung der Lehrkräfte stützt die Repräsentativität der Studie und verleiht letztlich unserer berufspolitischen Argumentation gegenüber der Politik zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer Nachdruck. Denn wer eine gute Schule will, muss auch dafür Sorge tragen, dass die Lehrkräfte gesund bleiben. Das ist auch im Sinne der Schülerinnen und Schüler, für die wir Verantwortung haben“, so Silbernagel abschließend.

Düsseldorf, den 15.02.2018

  Klaus Schwung
- Pressesprecher –