Forsa-Umfrage dokumentiert: Gegliedertes Schulwesen findet breite Unterstützung

Klare Ablehnung eines Einheitsschulsystems

Mit einem überzeugenden Votum lehnen mehr als 60 % aller Bundesbürger die Einführung einer Einheitsschule ab. Fast 70 % sind gegen die Abschaffung der Hauptschulen. Annähernd 90 % sprechen sich für den Erhalt der Gymnasien aus.


Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa (November 2007) legte am Wochenende beeindruckende Daten vor. Überzeugend sprechen sich die Bundes- bürger für ein gegliedertes Schulsystem mit Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien aus. Nur eine Minderheit von 33 % sieht die Zukunft in einem integrierten Schulsystem.


Zufrieden stellt der nordrhein-westfälische Philologen-Verband fest, dass auch unter den SPD- und Linken-Anhängern die Einführung eines Einheitsschulsystems mit 62 % bzw. 55 % abgelehnt wird, obgleich deren Parteitagsbeschlüsse eine andere Sprache sprechen. Auch unter den Anhängern der Grünen spricht sich eine Mehrheit gegen die Einheitsschule aus.


"Das ist eine Riesenschlappe für die Anhänger eines Einheitsschulsystems. Zuerst zeigen die guten Befunde der letzten internationalen Studien die Leistungsfähigkeit unseres Schulwesens, und jetzt dokumentiert eine repräsentative Umfrage, dass die Bevölkerung eine Einheitsschule – bekannt unter den Namen ‚Gemeinschaftsschule’ oder ‚Schule für alle’ – ablehnt", kommentiert Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes die Forsa-Umfrage.


In den letzten Tagen hatten die Einzelergebnisse der IGLU-Studie gezeigt, dass eine gemeinsame Schulform keineswegs beispielsweise die Probleme der notwendigen differenzierten Förderung von schwächeren und stärkerenSchülern bereits durch eine Einheitsstruktur zu lösen vermag. Dies gilt gleichermaßen für die notwendige Förderung der Migrantenkinder. Und bei aller Freude über die besseren Leistungs- ergebnisse der deutschen Jugendlichen in der 3. Pisa-Studie lösen sich auch hier keinesfalls alle Probleme in Luft auf. "Wir müssen nachhaltige Verbesserungen in den Strukturen erreichen, nicht die bestehenden durch neue Strukturen ersetzen!", so Peter Silbernagel.


Bemerkenswert sind in der Forsa-Umfrage zudem die Detailergebnisse:

  • Für den Erhalt der Gymnasien votieren 97 % der Anhänger der FDP, 94 % der CDU, 88 % der SPD, 87 % der Grünen und 85 % der Linken.
  • Gegen die Grundschulzeitverlängerung sprechen sich 63 % der Gesamtbe- völkerung (58 % der SPD, 48 % der Grünen) aus.
  • Zur Lösung der Probleme bei Schülern aus sozialschwachen Familien und bei Ausländerkindern fordern die Bürger die Beseitigung des Lehrermangels


    (85 %), eine Verbesserung der Unterrichtsqualität (82 %), kleinere Klassen


    (82 %), eine bessere finanzielle Ausstattung der Schulen (73 %) und eine deutlich stärkere Unterstützung der Hauptschulen durch die Politik (71 %).


    Nur 29 % sehen in der Einheitsschuleeine sinnvolle Bildungsreform.

Der Philologen-Verband Nordrhein-Westfalen sieht sich auf ganzer Linie darin bestätigt, dass die überwiegende Zahl der Menschen in Deutschland keine Abschaffung von Schulwahlfreiheit für Eltern und Schüler wünscht.


Düsseldorf, 03. Dezember 2007


gez. Klaus Schwung


- Pressesprecher -