Belastungsgrenze für Lehrer überschritten

  • Schulöffnungen nicht hinreichend abgesichert
  • Selbsttest nur eine von vielen notwendigen Maßnahmen
  • Impfangebote für Lehrkräfte für sicheren Schulbetrieb unbedingt zeitnah erforderlich

Düsseldorf. Die angekündigte Ausweitung des Präsenzunterrichts überschreitet die Belastungsgrenze an vielen Schulen in NRW. Bei einer 7-Tage-Inzidenz in NRW von 148,4 (Stand Donnerstag 15.04.2021) und weiter steigenden Infektionszahlen ist aus Sicht der überwiegenden Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer ein Wechselunterricht unter den bestehenden Infektionsschutzmaßnahmen kaum zu rechtfertigen. „Um in der aktuellen Pandemiesituation Präsenzunterricht zu ermöglich, sind wesentlich umfangreichere und weitreichendere Maßnahmen notwendig. Vor allem muss darauf geachtet werden, dass die Lehrerinnen und Lehrer endlich besser geschützt werden“, betont Sabine Mistler, Vorsitzende des Philologen-Verbandes Nordrhein-Westfalen (PhV-NW).

Selbsttests sind ein erster Schritt – Impfungen dringend erforderlich
Grundsätzlich sei es richtig, Schülerinnen und Schüler regelmäßig zu testen, um in der angespannten Pandemiesituation die Entstehung von so vielen „COVID-19-Hotspots“ in den Schulen wie möglich zu verhindern. Dass die Tests allerdings von Lehrerinnen und Lehrern beaufsichtig und ausgewertet werden sollen, ist für den PhV NW kaum nachvollziehbar. „Lehrerinnen und Lehrer gehören in die Klassenzimmer, gerade in der jetzigen Prüfungsphase. Sie als medizinische Hilfskräfte einzuplanen ist eine inakzeptable Zusatzbelastung. Das Lehrpersonal in NRW sollte von seinem Arbeitgeber Schutz und Unterstützung erwarten können. Stattdessen werden ihnen immer mehr berufsfremde Aufgaben zugemutet“, erklärt Sabine Mistler. An vielen Schulen wachse außerdem der Unmut, dass es in NRW, anders als in anderen Bundesländern, nach wie vor kein Impfangebot für Lehrkräfte an den weiterführenden Schulen gebe. „Während das Risiko an den Schulen durch Präsenzunterricht und die eskalierende Infektionssituation stetig zunimmt, wird die Berufsgruppe der Lehrerinnen und Lehrer nicht ausreichend geschützt, zeitnahe Impfangebote sind dringend nötig“, unterstreicht die PhV-NW Vorsitzende. Wir erwarten endlich Unterstützung durch den Dienstherrn und die politisch Verantwortlichen.