Bildungspolitik

Bezirk Münster-Warendorf

„Gymnasien in Gefahr!“ –
Landesvorsitzender Peter Silbernagel zu Gast bei Mitgliederversammlung in Münster-Warendorf

Etliche Mitglieder folgten der Einladung, mit dem PhV-Landesvorsitzenden über aktuelle Herausforderungen für die Schulform Gymnasium zu diskutieren. Von der Veränderung der Schullandschaft hin zu einem Zwei-Säulen-System aus Gymnasien auf der einen Seite und Gesamtschulen bzw. Sekundarschulen auf der anderen Seite sei auch die Stadt Münster besonders betroffen. Der Bezirksvorsitzende Meik Bolte unterstrich einleitend seine Forderung an die Münsteraner Kommunalpolitik, die Schulformen bei der baulichen und sächlichen Ausstattung nicht ungleich zu behandeln: „Wer für 50 Millionen plus X eine neue Gesamtschule errichtet und dabei den Elternwillen ins Felde führt, der muss auch den Willen von Gymnasialeltern respektieren. Diese Eltern wollen selbstverständlich auch, dass ihr Kind an gut ausgestatteten Schulen unterrichtet werden!“, forderte Bolte.

Der Blick in die Parteiprogramme belege zudem eindeutig, dass es für SPD und Grüne nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu ihrem eigentlichen Ziel der „einen Schule für alle“ sei. Es gebe zudem auch ideologische Tendenzen, die Inklusion als ein Instrumentarium zur Überwindung der gegliederten Schulstruktur zu missbrauchen, so Silbernagel.

Es sei dem beharrlichen Einsatz des PhV Münster-Warendorf zu verdanken, dass es den Tagungsort – das Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium – in seiner jetzigen Schulform noch gibt. Anders sehe es im Nachbarkreis Warendorf aus, wo eine neue Gesamtschule zum Auslaufen des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums (AWG) führt: „Der Blick nach Warendorf zeigt, dass wir gegen Einheits-Ideologen aufstehen müssen! Dafür braucht der PhV eine engagierte Mitgliedschaft und ein starkes Mandat!“, unterstrich Meik Bolte.

Nach intensiver Diskussion überreichte Meik Bolte dem Landesvorsitzenden Boxhandschuhe in den Verbandsfarben: „Ganz so leicht werden wir es der Ministerin nicht machen, das Gymnasium weiterhin zu torpedieren!“.

Bildunterschrift:
Boxen für das Gymnasium: Peter Silbernagel (3.v.r) und Meik Bolte (6.v.r.) zeigten sich nach der Mitgliederversammlung des Bezirks Münster-Warendorf kampfesmutig.

 

Leserbrief des Vorsitzenden vom 06.April 2016

PhV: Mehr Geld für Integration an Schulen!

Die Beschulung von Flüchtlingskindern in Internationalen Vorbereitungsklassen (IVK) stellt eine Herausforderung dar, bietet aber auch Chancen. Die Praxis zeigt, dass Unterricht und die mit der Beschulung von Kindern in IVK verbundenen Zusatzaufgaben mit den vorhandenen Ressourcen kaum zu stemmen sind. Folgende Problemfelder sind leicht ersichtlich: die ungeheure Heterogenität der IVK - i.e. verschiedene Kulturkreise, Alters - und Niveaustufen, Traumata -  bedingt eine konsequente Doppelbesetzung der Lerngruppen. Je nach Kenntnis- und Sprachstand der Schülerschaft der IVK kann sowohl die Alphabetisierung als auch fachspezifische Förderung notwendig sein. Hier wäre der Einsatz zusätzlicher Tutoren und ehrenamtlicher Helfern sinnig. Es ist jedoch klar, dass die zusätzlichen Helfer den Unterricht nicht eigenveranwortlich übernehmen dürften. Daher fordert der PhV zur Integration der Flüchtlingskinder Neueinstellungen von Lehrern, aber auch Schulsozialarbeitern und Psychologen. Es muss genug Geld für Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte im Bereich der Sprachförderung bereit gestellt werden. Die Kommunalpolitik vor Ort muss zudem sicherstellen, dass nach den notwendigen Sprachfördermaßnahmen die Flüchtlingskinder auf jeweils geeignete Schulformen verteilt werden. Wenn die zielgerichtete Integration schulischerseits nun nicht rasch bewerkstelligt wird, so fällt es uns später brachial auf die Füße. 

Mit Zugewinnen und einem Stimmenanteil von 50,8% errang der PhV bei den Wahlen zum Personalrat für Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien und Weiterbildungskollegs bei der Bezirksregierung Münster die absolute Mehrheit. In der Stadt Münster und im Kreis Warendorf freut sich der Bezirksvorsitzende, Meik Bolte, über überdurchschnittlich gute Ergebnisse: "Im Gegensatz zur GEW, die eine Einheitsschule will, haben wir klare Kante für ein gegliedertes Schulsystem mit starken Gymnasien geworben. Dies wurde honoriert!".