"Gesund atmen nur bei Grün" - Forderung nach Anschaffung von CO2-Ampeln für Unterrichtsräume

Unter dieser Schlagzeile berichtete die FAZ bereits am 23.07.2020 von der Studie der TH Berlin, die einen direkten Zusammenhang der C02 Konzentration und der Aerosol-Konzentration in einem geschlossenen Raum belegt. Vereinfacht gesagt bedeutet dies: Mit steigemden CO2Gehalt in der Luft steigt auch die Konzentration von Aerosolen und somit das Infektionsrisiko.
Die Autorin regt in o. e. Artikel die Anschaffung von sogenannten „CO2-Amplen“ an, die in den Klassenzimmern den CO2-Gehalt verlässlich messen und mit einer Handlungsempfehlung verbinden: Zeigt die Ampel grün, ist Unterricht bedenkenlos möglich, springt sie auf orange, sei Lüften angezeigt, bei rot sei der Raum unverzüglich von allen zu verlassen und gründlich zu lüften.

Die Frage, ob die Aufstellung dieser Messgeräte in Klassenzimmern zielführend ist in der Bekämpfung der Pandemie, wird seitdem im Ministerium kontrovers diskutiert und geprüft.

Unabhängig vom Ausgang dieser Prüfung sollte m. E. der Schulträger hier Eigeninitiative zeigen und zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und Lehrkräften beherzt für jeden Klassenraum solche C02-Ampeln anschaffen und ein koordiniertes Verfahren einführen, wie mit ihnen im Schulalltag umzugehen ist.
Dies würde der großen Sorge vieler Eltern, Kinder und auch Beschäftigten Rechnung tragen, wie wir glimpflich durch die uns bevorstehende Zeit kommen, solange noch kein wirksamer Impfstoff gegen das Virus entwickelt wurde.

Mit der flächendeckenden Wiederaufnahme des Schulbetriebes im August 2020 wurden auch zahlreiche Lockerungen im Umgang mit Corona eingeführt. In unterschiedlichen Kommunen und an den verschiedensten Schulformen kam es in den letzten Wochen regelmäßig zu lokal begrenzten Quarantäne-Maßnahmen. Diese Entwicklung wird uns sicher noch viele Monate begleiten.

Da kommt ein jedes Mittel recht, dass eine verlässliche Hilfe ist für die alltägliche Risikominimierung. Die flächendeckende Einführung von CO2

-Ampeln an Schulen ist so ein Mittel!

Die Kosten einer solchen Anschaffung sollten sich Schulträger und Land NRW teilen.

Gesundheitsschutz und Gefahrenabwehr sind hohe Güter und dürfen nicht aus Kostengründen zögerlich behandelt werden.

Wann bestellt die Stadt Gelsenkirchen also die ersten C02-Ampeln für ihre Schulen, damit es heißen kann: „Unterricht bei grün!“ ?

Frank Schneiders
Bezirksvorsitzender des Philologenverbandes in Gelsenkirchen