Startschuss für LOGINEO NRW zum 01.08.2017 - Schulinfo

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

in dieser Schulinfo beziehe ich mich auf die

Dienstvereinbarung LOGINEO NRW,

sie schafft ab sofort klare Regelungen für die Einführung, Nutzung und Weiterentwicklung des datengeschützten Kommunikationsraums für alle an Schule Beteiligte.

Viele Schulen mögen schon länger auf dieses Startsignal gewartet haben. Der Prozess zur Entstehung dieser Dienstvereinbarung dauerte viele Monate, da alle Beteiligten sich intensiv ausgetauscht haben über die Themen Arbeitsverdichtung, Mehrbelastung, Leistungs- und Verhaltenskontrollen sowie Haftungsfragen für die Nutzung privater Endgeräte. Im Anhang dieser Mail möchten wir Ihnen sowohl einige Hintergrundinformationen geben als auch die für uns noch offenen Fragen ansprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Silbernagel


Startschuss für LOGINEO NRW zum 01.08.2017

Mit LOGINEO NRW erhalten Schulen einen eigenen geschützten Arbeits- und Lernraum im Internet, der den Anforderungen des Datenschutzes (auf deutschen Servern) entspricht und den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien unterstützen und schulen kann.

Sie finden ausführliche Information auf der Seite des Bildungsportals unter: http://www.logineo.schulministerium.nrw.de/LOGINEO-NRW/Dienstvereinbarung/

Sie haben auf dieser Seite Zugriff auf die Dienstvereinbarung, erhalten wichtige Hintergrundinformationen zum Beispiel darüber, was diese Dienstvereinbarung regelt und was dieser anhängig ist. Darüber hinaus erhalten Sie die derzeit verabschiedeten Anlagen, die das „Gesamtprodukt“ LOGINEO NRW näher beschreiben sowie wichtige Vordrucke.

Wir als Philologen-Verband NW tragen diese Dienstvereinbarung mit

  • da wir der Überzeugung sind, dass den Kolleginnen und Kollegen endlich eine Plattform zum rechtssicheren Austausch von Daten und Informationen und zur Kommunikation sensibler Daten zur Verfügung stehen muss,
  • damit die Kollegen und Kolleginnen endlich eine offizielle Dienstmailadresse erhalten können und damit die Trennung von privatem und dienstlichem Bereich unterstützt wird,
  • da wir sehr großes Interesse daran haben, dass es eine prozessbegleitende Beteiligung gibt und dass eine dauerhaft eingerichtete Arbeitsgruppe an der wissenschaftlichen Evaluation der Erbprobung von LOGINEO NRW beteiligt wird,
  • da wir die fundamentalen Fragestellungen zum Schutz vor Mehrbelastung und Arbeitsverdichtung, zu Haftungsfragen und zum Schutz vor Leistungs- und Verhaltenskontrolle ganz intensiv begleiten und regelmäßig überprüfen wollen, damit diese Fragen rechtssicher und verbindlich geregelt werden (müssen!),
  • damit der jahrelange und sehr arbeitsintensive Wildwuchs bei schulinternen Lösungen ein Ende hat und das Land endlich (auch finanzielle) Verantwortung übernimmt,                 
  • da wir uns als Verband bei engmaschiger Begleitung große Synergieeffekte und mittelfristig Entlastungen für die Schulen versprechen (z. B. durch Einbindung anderer Programme, best-practice-Beispiele, zentrale Materialsammlungen etc.),
  • da wir damit aktiv Verantwortung für eine zukunftsorientierte und moderne Schule übernehmen.

Es ist uns als Philologen-Verband NW an dieser Stelle aber besonders wichtig, die von uns als kritische Punkte und Herausforderungen angesehenen Aspekte aufzuzeigen, die uns in den nächsten Jahren besonders beschäftigen werden:

  • Zur wichtigsten Herausforderung zählt die Einbindung privater Endgeräte der Lehrerinnen und Lehrer (Smartphone, Tablet, Laptop und der private Computer). Die rechtlichen Voraussetzungen hierfür hat der Landtag mit der Novellierung der VO DV I und II im Februar dieses Jahres geschaffen. Für die Nutzung eines privaten Endgerätes bedarf es eines Antrags der Lehrkraft und einer Genehmigung durch den Schulleiter (vgl. Muster Antragsformular).

    Die Lehrkraft bestätigt mit einer freiwilligen Verpflichtungserklärung, dass sie alle Inhalte dieser Erklärung verstanden hat und die in der Genehmigung zum Zwecke des Zugriffsschutzes aufgeführten Maßnahmen umsetzen wird. Sie muss damit jederzeit den aktuellen Stand des Datenschutzes nicht nur bezüglich der Handhabung, sondern auch für die Hardware und Software (z.B. Virenschutz und Updates) gewährleisten.

    Wir halten es zu diesem Zeitpunkt für fraglich, dass wirklich jede Lehrkraft diesen in der Regel sehr komplexen Sachverhalt fachlich richtig einschätzen kann. Der Schulleitung genehmigt die Nutzung, jedoch halten wir die datenschutzrechtliche Verantwortung des Schulleiters auch nochnicht für geklärt. Die Tatsache, dass auf die Freiwilligkeit der Nutzung verwiesen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt für uns nicht ausreichend.

Es wäre aus unserer Sicht erst einmal empfehlenswert, sich der dienstlich zur Verfügung gestellten Geräte zu bedienen. Daher ist es zwingend erforderlich, dass bis zum Ende des Schuljahres 2017/18 als Mindestausstattung für 20% eines Kollegiums Endgeräte in den Schulen bereitgestellt werden.

  • Zur Unterstützung des Prozesses bedarf es auf die jeweiligen Zielgruppen zugeschnittene Fortbildungen und benutzerfreundliche Handreichungen für Beteiligte auf allen Ebenen (Schulleitungen, Eltern, Schüler/innen, Lehrer/innen), wie sie das MSW in einem Unterstützersystem auch anbietet. Es ist aber auch klar, dass dies zeitlich insgesamt recht umfänglich sein wird.
     
  • Jede einzelne Schule muss über die Grundsätze der Nutzung von Medien beraten und eine recht komplexe Rahmenmediennutzungsordnung verabreden. Zur Unterstützung der Schulen liegt eine solche „Rahmenmediennutzungsordnung“, die einen Mindeststandard vorgibt, den bereitgestellten Materialien bei.
     
  • Zur Unterstützung bedarf es eines gut erreichbaren und schnellen First- und Second-Level-Supports.

    Der First-Level Support liegt in der Verantwortung der einzelnen Schule und dort in den Händen des sog. Administrators. Für diese Person muss sichergestellt werden, dass sie eine angemessene Entlastung erhält, die sich nach der Größe der Schule richten sollte und daher in den nächsten Jahren vor allem in großen Systemen einer Nachsteuerung und einer festen Verankerung in den Haushalt bedarf. (Der First-Level Support kann auch von mehreren Administratoren wahrgenommen werden.)

    Der Second-Level Support liegt jeweils bei den kommunalen Rechenzentren. Hier geht es darum, dass jederzeit für Notfälle zeitnahe Lösungsvorschläge angeboten werden können.

 

Wir raten Ihnen:

Überlegen Sie an Ihrer Schule in Ruhe und unter Einbeziehen von Beratern und Experten, ob und in welcher Form sie an Ihrer Schule LOGINEO NRW einführen wollen.

Bedenken Sie, dass es für jede Schule, aber auch für jede/n Kollegen/in um eine freiwillige Nutzungsmöglichkeit handelt

Bedenken Sie aber auch, dass ein flächendeckendes Funktionieren nur dann irgendwann möglich ist, wenn alle an Schule Beteiligten dabei sein werden.

Damit wir Schulleitungen, Lehrerräte und alle Kolleginnen und Kollegen in fundamentalen Fragestellungen zum Schutz vor Mehrbelastung und Arbeitsverdichtung, zu Haftungsfragen und zum Schutz vor Leistungs- und Verhaltenskontrolle vertreten können, bieten wir Ihnen an, sich mit uns in Verbindung setzen zu können, um uns Ihre Erfahrungen, Bedenken und Ideen mitzuteilen.

 

Kontaktmöglichkeiten:

Sie erreichen unsere Arbeitsgruppe im Kontext zu LOGINEO NRW in der Geschäftsstelle per Mail (info@phv-nw.de), telefonisch (0211 / 177 44-0) oder per Fax (0211 16 19 73). Bitte geben Sie dazu stets das Stichwort ‚Logineo‘ an.