Leserbrief zum G8/G9-Chaos (8.12.2016)

Abi für alle?

Die neuesten Vorschläge und ideologischen Phantastereien von Frau Löhrmann zur Schulzeitverkürzung werfen viele Fragen auf. Die drängendste erscheint mir zu sein: Geht es bei der Weiterentwicklung der Schulzeitverkürzung eigentlich noch um die Beibehaltung von Qualitätsstandards an Gymnasien?

Ein Kind müsse nicht in ein Raster passen, heißt es durchaus zutreffend. Logische Schulfolgerung kann daraus aber nicht sein, dass wir eine Schule der Beliebigkeit bekommen! Es sei denn, man will eine inklusive Einheitschule und damit den Schulkonsens und - frieden in NRW aufkündigen. Nichts anderes stellt dieser Versuch der grünen Spitzenkandidatin dar! Der gymnasiale Standard wird solange durch Individualisierung und gleichzeitiger Verweigerung der notwendigen Personalressourcen aufgeweicht, bis es ein wertloses Abitur für alle gibt. Der eigentliche Knackpunkt ist doch die eklatante Unterfinanzierung des gesamten Bildungssektors: Mulitprofessionelle Teams, wozu u.a. Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen und Verwaltungsassistenten zählen, sollten – ohne Anrechnung auf Lehrerstellen – zur personellen ‘Standardausstattung‘ jeder einzelnen Schule in Nordrhein-Westfalen gehören. Daher mein Appell: Mehr Personal, weniger Strukturdebatten, dann klappt es auch mit G8! - gez. Meik Bolte, Vorsitzender