Leserbrief zu den Online-Plattformen der AfD: Grenzüberschreitung (12.10.2018)

"Schülerinnen und Schüler sind wie deren Lehrkräfte auf die Vertraulichkeit ihrer Aussagen im unterrichtlichen Zusammenhang angewiesen. Nicht gedeckt von dieser Maßgabe sind u.a. verfassungsfeindliche Aussagen, selbstverständlich. Ebenso steht die Neutralitätspflicht des Lehrpersonals außer Frage. Dass nun jedoch eine Partei die Schülerschaft auffordert, ihre Lehrerinnen und Lehrer zu überwachen und gar wegen Verletzung der Neutralitätspflicht anzuzeigen, macht mich fassungslos aus zweierlei Gründen. Erstens: Nach welchen Kriterien soll denunziert werden? Reicht es, wenn ein Lehrer vor den Parteinamen ein "sogenannte" setzt? Zweitens: Besonders perfide an den online-Plattformen ist doch, dass niedrige Instinkte des Menschen angesprochen werden und das schulische Klima vergiftet wird. Gut möglich, dass Lehrkräfte angezeigt werden, weil einige Schüler seit Jahren eine offene  Rechnung mit ihnen haben. Ein pikantes Detail am Rande: Es ist unglaublich, dass der schulpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, der bis vor Kurzem selber als Schulleiter pädagogische Verantwortung trug, ein derart verantwortungsloses Vorgehen unterstützt. Er sollte sich schämen!" (Meik Bruns, Vorsitzender)