Bezirk Bochum

Lebhafte Diskussion über die aktuelle Schulpolitik bei der PhV-Bezirksgruppe Bochum/Hattingen/Witten mit vier Politikern

Vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahlen am 14. Mai dieses Jahres lud der Vorsitzende der Philologen-Verbands-Bezirksgruppe Bochum / Hattingen / Witten, Dr. Paul Reiter, zu einer bildungspolitischen Diskussion mit Marcus Stawars (CDU), Prof. Dr. Rudolph (SPD), Léon Beck (FDP) und Wolfgang Rettich (Grüne) ein.

Erwartungsgemäß prallten vor dem Hintergrund vieler kritischer Fragen und Beiträge der zahlreich anwesenden Lehrerinnen und Lehrer im Hinblick auf ein längeres gemeinsames Lernen, die Probleme um die vom Scheitern bedrohte Inklusion an Regelschulen und der Erhalt eines leistungsorientierten Gymnasiums zum Teil recht hart aufeinander. Dies wurde besonders deutlich beim Thema Inklusion. Der Vertreter der Grünen, Herr Rettich, verteidigte als einziger die konsequente Auflösung aller Förderschulen und die Inklusion nur noch an Regelschulen. SPD, CDU und FDP garantierten hingegen den Bestand der Förderschulen, wenn es denn der Elternwille so wolle und es um Kindewohl ginge. Lediglich in der aktuellen Debatte über G8 und G9 waren sich die Diskutanten quasi parteiübergreifend darin einig, dass diesbezüglich die Schulen selbst darüber entscheiden sollten, wie lang der Weg zum Abitur sein sollte. Allerdings warnte auch Dr. Reiter davor, dass im Falle einer Rückkehr zu G 9 eine Verwässerung der gymnasialen Standards nicht fortgesetzt werden dürfe. Gerade wegen ihrer Konzentration auf Fachlichkeit, soziale Kompetenzen und Leistungsbereitschaft wäre die Schulform Gymnasium so beliebt bei der Bevölkerung. Während Herr Stawars (CDU) und Herr Beck (FDP) sich klar für die Schulform Gymnasium aussprachen und Herr Prof. Dr. Rudolph (SPD) das Gymnasium nicht in seinem Bestand gefährdet sah, sprach sich Herr Rettich (Grüne) für eine einzige Schulform des gemeinsamen Lernens aus. Einig waren sich immerhin alle vier Vertreter darin, dass ohne Wenn und Aber wesentlich mehr Geld in Bildung investiert werden müsse und die Lehrerinnen und Lehrer mehr Wertschätzung für ihre verantwortungsvolle Arbeit in der Gesellschaft verdienten. Deshalb versprachen alle vier Parteienvertreter wieder einmal eine schulische Unterstützung durch mehr Verwaltungsassistenten und Sozialpädagogen, was jedoch von den anwesenden Lehrerinnen und Lehrern kritisch beäugt wurde, da diese Versprechungen seit Jahrzehnten vor Wahlen gemacht würden.

Bochum, 05. April 2017
gez. Dr. Paul Reiter