Klarstellung: „Wirtschaft“ im G9-Stundenplan/Fächerkanon

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Berichterstattung der Presse suggeriert, dass an allen Schulformen ein neues Fach „Wirtschaft“ eingeführt werde. Dabei beginne die Schulform Gymnasium zum Schuljahr 2019/20.

Diese Information ist unvollständig und fehlerhaft.

  1. Der PhV hat sich stets gegen ein neues Fach Wirtschaft an Gymnasien ausgesprochen. Fakt ist: Es wird kein! neues Fach Wirtschaft, wohl aber wird es im Rahmen des Faches Politik eine Stärkung der ökonomischen Bildung geben.
    Das Schulministerium trägt selbst zur Verwirrung bei, indem von einem neuen Fach „Wirtschaft-Politik“ an Gymnasien auf dem Faktenblatt des MSB vom 26.11.18 gesprochen wird. Zutreffend formuliert das MSB, dass es an den Schulformen, z.B. an Realschulen, eine Einführung des Faches Wirtschaft gibt „beziehungsweise dessen Stellung im Fächerkanon“ verstärkt wird.
     
  2. Neu ist an Gymnasien allenfalls die Bezeichnung „Wirtschaft-Politik“ (statt „Politik/Wirtschaft“).
    Dabei sieht der Entwurf der Stundentafel vor, dass im Lernbereich Gesellschaftslehre im Rahmen des Kontingents von 23 Stunden in der Sek 1 die Fächer Erdkunde, Geschichte und Wirtschaft-Politik mit jeweils mindestens sieben Wochenstunden unterrichtet werden. „Darüber hinausgehende Stunden sollten vorrangig der Stärkung der ökonomischen Bildung dienen“ (Entwurf). Es ist also durchaus möglich, dass für Wirtschaft-Politik acht Stunden vorgesehen werden und die Schulkonferenz beispielsweise eine weitere Stunde Geschichte oder Erdkunde zukommen lässt. Für den Wahlpflichtbereich wird das Fach „Wirtschaft“ neu entwickelt.
     
  3. Vehement wehrt sich die GEW gegen die Ausweitung der ökonomischen Bildung und fordert stattdessen eine Stärkung der Demokratiebildung im Politikunterricht. Wir stellen fest, dass die Auseinandersetzung mit ökonomischen Themen einer Stärkung der Demokratiebildung keineswegs widerspricht, vielmehr einen Beitrag dazu leisten kann. Im Übrigen wird im G9 der Stundenumfang der politischen Bildung nicht reduziert, sondern erhöht.

 

Düsseldorf, 27.11.2018

Peter Silbernagel

- Vorsitzender -