Pressemitteilung zur Internetplattform "Schulradar":
Als untaugliches Mittel zu einer fairen Schulbeurteilung wertet der nordrhein-westfälische Philologen-Verband das neue Internet-Forum „Schulradar“. Die Betreiber von ‚Spickmich’ eröffnen eine Internet-Plattform, bei der Eltern in sechs Kategorien Urteile über Schulen abgeben können. Noten von ‚eins’ bis ‚sechs’ können u.a. für Schulgebäude, Schulklima und Schulleitung vergeben werden.
Wie bereits bei Spickmich liegt das Kernproblem darin, dass das Internet-Forum eine Pseudokommunikation darstellt. Statt Gespräche zwischen Eltern, Schulleitungen, Schulträgern und Lehrerschaft zu fördern, verliert sich der sinnvolle kritisch-konstruktive Meinungs-, Erfahrungs- und Informations-austausch im virtuellen Raum.
„’Schulradar’ erreicht nicht die Ziele, seriöse Informationen über Schulen zu geben und zu erhalten. Der Weg über das Internetmedium kann das notwendige Gespräch nicht ersetzen. Statt eines offenen und ehrlichen Dialogs führt „Schulradar“ zu einer gefährlichen Vereinfachung, baut Blockaden auf und verfestigt Vorurteile,“ gibt Peter Silbernagel, Vorsitzender Philologen-Verbandes NW, zu bedenken.
Der Philologen-Verband bezweifelt sehr, dass das Forum den Schulen mit ihren unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten, ihrem unterschiedlichen sozialen Umfeld, ihrer unterschiedlichen Unterstützung durch Schulträger und Fördervereine gerecht wird. Eine Rankingliste durch die Hintertür aber schadet den Schulen. Sie belastet die Schulpartnerschaft zwischen Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern.
„Schulradar“ suggeriert Objektivität und ist doch zutiefst manipulationsanfällig. So wie Spickmich zur Sprachverkümmerung zwischen Lehrern und Schülern beigetragen hat, so begünstigt der neue Internetauftritt die Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Schulen. Zur Weiterentwicklung der Schulkultur trägt dies nicht bei.
Düsseldorf, 08. April 2008
gez. Klaus Schwung
- Pressesprecher -