Pressemitteilung
Freitag, den 19. Februar 2010
Eine unglaubliche Entgleisung. Ein Schlag unter die GĂĽrtellinie!
An Geschmacklosigkeit ist nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen Philologen-Verbandes die Äußerung der SPD-Parteivorsitzenden, Hannelore Kraft, über die Folgen der „Selektion“ im Schulsystem nicht mehr zu überbieten.
Die Financial Times Deutschland zitiert Frau Krafts Äußerungen in Schwerte (17.02.2010): „Wissen die eigentlich, wie viele Selbstmorde von Kindern und Jugendlichen es gibt?! Die frühe Selektion sei schuld, die SPD dagegen wolle die Kinder „länger gemeinsam lernen lassen“.„Auch wenn der Wahlkampf Anlass zu heftigen schulpolitischen Attacken gibt, auch wenn die SPD mit ihrer Gemeinschaftsschule alle übrigen Schulen in Nordrhein-Westfalen ersetzen will, so sind die Grenzen des Erträglichen überschritten, wenn man die Selbstmordschicksale von Kindern und Jugendlichen für sich selbst instrumentalisiert. Das ist unanständig und niveaulos! Der Philologen-Verband erwartet, dass die böswilligen Unterstellungen öffentlich von Frau Kraft zurückgenommen werden!“, fordert Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.
Das vielgliedrige Schulsystem als Ursache für Kinder- und Jugendlichenselbstmorde verantwortlich zu machen, ist so absurd wie unverschämt. Frau Kraft kennt nicht einmal die offiziellen statistischen Zahlen, die für 2001 in Deutschland insgesamt 765 Suizide bei 5-25-Jährigen angeben und eine Verringerung auf 582 im Jahr 2007 ausweisen (im Vergleich: Gesamtzahl der Suizide: 2001 – 11.156; 2007 – 9.102, vgl. Statistisches Jahrbuch 2009). Die Kindersuizide im Alter von 5 – 15 Jahren sind 2001 mit 48 Fällen, 2007 mit 24 Fällen für Deutschland erfasst.
„Zurück bleibt ein ganz fader Beigeschmack, wenn die SPD-Oppositionsführerin in NRW solche Grenzüberschreitungen vornimmt! Auch Polemik und Populismus können diese eklatante Entgleisung nicht entschuldigen“, so Peter Silbernagel.
gez. Klaus Schwung
- Pressesprecher -
DĂĽsseldorf, 19.02.2010
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