Pressemitteilung
Mittwoch, den 13. Mai 2009
Pressemitteilung vom 13.05.2009:
In Elternkreisen kursieren Vorstellungen, dass man den einzelnen nordrhein-westfälischen Gymnasien die Wahl zwischen einem 9-jährigen und einem 8-jährigen Bildungsgang ermöglichen solle. Auch die Oppositionsparteien wollen nicht mehr wahrhaben, dass sie vor dieser Legislaturperiode die Schulzeitverkürzung an Gymnasien beschlossen haben. Die SPD-Landesvorsitzende, Hannelore Kraft, kündigt an, das Abitur nach acht Jahren wieder rückgängig machen zu wollen.
Hierzu erklärt der nordrhein-westfälische Philologen-Verband: Wir brauchen eine Optimierung, keine Fragmentarisierung des gymnasialen Bildungsweges! Mit uns wird es keine Aufspaltung der gymnasialen Standards geben, keine Gymnasien 1. und 2. Ordnung und keine Splittung in zwei Gymnasialniveaus.
Gemeinsam mit der Landeselternschaft der Gymnasien, der Rheinischen und der Westfälischen Direktorenvereinigungen sowie dem Schulministerium hat der Philologen-Verband bereits mehrfach bessere pädagogische Rahmen-bedingungen zur Umsetzung der gymnasialen Schulzeitverkürzung erreicht.
„Mit der Zersplitterung der Gymnasialstrukturen würde man ein heilloses Organisationschaos provozieren. Wir brauchen eine schrittweise Verbesserung der Begleitmaßnahmen. Hierzu zählen auch mehr Lehrerstellen, da sich de facto an allen Gymnasien die Unterrichtszeiten in den Nachmittag hinein ausgeweitet haben“, so Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes NW.
„Wir werden in Nordrhein-Westfalen keinen Alleingang einer 2-Wege-Schulzeitverkürzung gehen und damit einen Weg, der in keinem anderen Bundesland zur Zeit praktiziert wird.“
Den Oppositionsparteien wirft der Philologen-Verband vor, zur Vereinheitlichungspolitik der Sekundarstufe I zurückkehren zu wollen. SPD und GRÜNE sehen darüber hinaus auch die Amputation der gymnasialen Oberstufe auf 2 Jahre vor.
Wir nehmen die Elternsorgen wegen der gewachsenen Schülerbelastung sehr ernst. Keinesfalls will der Philologen-Verband die Bedenken und Ängste wegdiskutieren. Unzweifelhaft müssen noch vorhandene Schwachstellen der Schulzeitverkürzung schrittweise aufgearbeitet werden. Bisher jedenfalls haben die Gymnasien hierbei Hervorragendes ohne Qualitätseinbußen geleistet.
„Das Rad der Geschichte aber lässt sich nicht zurückdrehen, will man nicht einen großen pädagogischen Schaden provozieren!“, so Peter Silbernagel.
Düsseldorf, den 13.05.2009
gez. Klaus Schwung
- Pressesprecher -
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